Lyrik 17.11.2019 „ich sehe was was du nicht siehst“

und, was habt ihr so gesehen?

spannend, was uns hier heute erwartet…

16 Kommentare zu „Lyrik 17.11.2019 „ich sehe was was du nicht siehst“

  1. Ich sehe was…
    In den Blättern Morgenlicht
    In jeder Blüte ein Gedicht
    Dieses Holz da ist ein Wal
    Im Stein ein Herz so manches Mal
    Baumgesichter, Wolkentiere
    Gern mich darin verliere
    …Was du nicht siehst

  2. ich sehe was was du nicht siehst

    ich seh es nicht wie du es siehst

    ich lese nicht wie du so liest

    ich sehe deine Farben nicht

    ich sehe deine Wege nicht

    ich sehe nicht in dein Gesicht

    ich sehe … doch verstehe nicht

    was es spricht

    du siehst die Sachen wie sie sind

    ich seh see… anders

    ich bin blind

    ich weiß ich ahne ich erkenne

    erinnere mich frage dich

    benenne taste und erspüre

    ich sehe was

    wie du’s nicht siehst

    wie du’s Nicht kennst

    ich sehe was auch wenn du es

    nicht sehen nennst

  3. fremde Stille im November
    welke Gestalten ringsumher
    Gedanken wirbeln mit den Blättern
    endlos im Windgewirr

    Landschaft
    Himmel
    ständig Wolken
    und Himmel
    Nachmittagssonne
    tintenschwarz
    und dein zitternder Mond

    Der Künstler beigefügt
    in Wollwolken gehüllt

    #lyrimo 17

  4. Ich sehe was dort vorn im Gras.
    Es sind die Ohren von ’nem Has‘,
    der munter seine Häsin liebt,
    er kraftvoll hin und her sie schiebt.
    Dann blitzen auf hinter den Ohren
    zwei Hasenfüsse unverfroren.
    Ich denke das ist doch nicht wahr
    wie akrobatisch dieses Paar
    vergnügt sich in der Blumenwiese
    das sind gar keine Hasenfüsse.
    Ich sehe was da vorn im Gras,
    Häsin und Has‘ die haben Spaß.

  5. Den heutigen Lyrimo-Impuls hab ich mal ausnahmsweise nicht nur mit albernem Quatsch gefüllt, sondern habe ihn zum Anlass genommen für eine pyschoanalytische Fallstudie darüber, woher die Unterschiede zwischen Menschen kommen, und wie, so wichtig Kooperation und Toleranz auch sein mögen, es irgendwo eine Grenze dafür gibt und auch geben muss, was wir an Unterschiedlichkeit noch akzeptieren können, und was nicht. Bittesehr:

    Der Alte Feind
    Sie sehe was, was du nicht siehst
    Und gieße Gras, das du nicht gießt
    Ich sähe Saht, die du nicht sähst,
    und ernte dann, wenn du nicht mähst.

    Ich fliege, wohin du nicht fliegst,
    Und liege nur, wo du nicht liegst.
    Ich liebe das, was du nicht liebst,
    Weil du mit Freude mich betrübst.

    Ich urlaube, wo du nicht laubst,
    denn ich glaub nicht, was du glaubst.
    Ich mag nicht hören, was du sagst,
    und soll nicht reden, wo du tagst.

    Weil ich halt, was du nicht hältst,
    wär ich zufrieden, wenn du fällst.
    Du bist für mich, was ich nicht bin,
    wo ich hingeh, gehst du nicht hin.

    So hasst du das, was ich nicht hass,
    und hast mit was ich hasse Spass,
    Ich friende nur, wer dich nicht friend‘,
    Mein Glück beginnt, wo deines end‘.

    Da kannst du noch so freundlich schein‘,
    Ich weiß, du lachst laut, wenn ich wein.
    Und weinst stets, wenn ich fröhlich bin,
    mein Verlust ist dein Gewinn.

    Du verzeihst nicht, wessen du mich zeihst,
    und ich wein stets, wenn du dich freust,
    Und all das zwischen uns begann, wie krass,
    weil ich Pizza mag mit Ananas.

    So ess ich was, was du nicht isst,
    und diss dich, während du mich disst.
    Ich will all das nicht, was du willst,
    weil du als Anti-Ananasser giltst.

  6. Bagatelle

    wie könnte es

    doch kinderleicht sein!

    sich bemühen

    um die kleinsten dinge

    und ihnen wichtigkeit schenken,

    lernen.

    dann erkennte man

    auch die zwischentöne

    in den augen des anderen

  7. Ein Garten inmitten von Wüste
    Abendblau. Kein Brunnen
    Kein Fluß. Quellenlos
    Und oft
    Auch die andere Seite
    Des Spiegels, aufgefächert
    In hängenden Träumen, versäumte
    Goldfaulende Schleier

    #lyrimo Tag 17

  8. ‪verschwunden einfach weg war das Ding husch husch eh ich mich versah einfach nicht mehr da weg vom Fleck lies mich stehen hab’s nicht gesehen #lyrimo ‬

  9. Wenn du,
    mit all‘ deinen Bildern
    – fest in der Hand, im Kopf, im Herzen…

    Wenn du dann
    hinter den Vorhang siehst.
    Steht dort
    ein anderer Mensch.

    Vielleicht ist er
    genauso erstaunt
    und erschrocken
    wie du.

    #lyrimo Tag 17

  10. wirklich wahr

    In Wahrheit ist
    nur wirklich das
    was erfahren durch dich
    was erfahren durch mich.

    Genommen mit Sinnen
    Mit Freud und mit Schmerzen
    In Worte geformt
    Erleuchtet im Herzen.

    Mach es geschehen
    Wie du es willst sehen –
    Denn dann, sieh‘ an!
    Schau nur, schau hier,
    denn dann, vielleicht,
    seh‘ ich es auch.

  11. ich sehe
    die kälte eines blickes
    die hinterlist der tücke
    die scham der feinfühligen
    die wut der ohnmächtigen

    erahnst du
    die demut meiner hingabe
    die stärke meiner sehnsucht
    die wucht meiner traurigkeit
    die stille meiner tränen

  12. VIelleicht wäre es gut, den (ebenfalls ungereimten) Text auch zu lesen, der beim S(chreibvers)ucher noch folgt. Hier das lyrische Konstrukt:

    Ohne Spiegel.

    Ich sehe was.
    Ich sehe was,
    was Du nicht siehst.
    Und das, das liegt
    an dem Spiegel,
    den ich nicht brauch‘.
    Ich sehe, was
    Du im Spiegel
    nicht sehen kannst.

    Ich sehe Dich.
    Auch ungeschminkt
    beim Erwachen
    sehe ich Dich
    voller Liebe.
    Ich sehe was,
    was Du zu gern
    verbergen würdest:
    Dein großes Herz.

  13. Wenn ich dich betrachte,
    sehe ich einen Garten,
    über dem die Sonne scheint.

    Die Blumen sind dein Lächeln
    in hunderten von Farben
    und keine tanzt allein.

    Der Bach ist deine Seele,
    so frisch und rein und klar.

    Im Schatten deiner Bäume
    kann ich sein, wer ich mal war.

    #lyrimo 17

  14. ich sehe was

    was du nicht siehst
    nanu
    ach Blindekuh
    was siehst denn du

    was man so sieht
    Tag ein Tag aus
    ist nur Fiktion
    ein schrilles Bild mit zu viel Ton
    mach dir nichts draus
    was man so sehend sieht
    ist eh nicht das was wahr geschieht
    nur Illusion
    was macht das schon

    ich sehe das was ihr nicht seht
    weil sehen nicht mehr sehend geht
    und siehe da
    ach ja
    was mich bereichert
    ist in meinem Inneren
    abgespeichert

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