„Hotel“ 30 Tage – 30 Gedichte (08)

 ja, es ist kalt draußen.

Der Zeit sollen wir ja zu Hause bleiben. Doch in unserer Fantasie geht es auf Erkundungstour.und damit es uns nicht friert, suchen wir uns eine, Wie auch immer geartete, Unterkunft.

Also macht euch auf die Suche… 

als Impuls für eure poetischen Erlebnisse soll heute ein Wort zur weitläufigen Verwendung anregen.

ob ihr den Begriff „Hotel“ explizit verwendet oder ob ihr „anderweitig unterkommt“, erkundet, wohin euch eure Schreibfeder führt.

blaue Trennlinie

 direkt vor meiner Haustüre konnte ich eine Beobachtung machen…

Chrysopa Oculata 

 

eineBiene ein Käfer ein Schmetterling
manch Krabbelding
und eine
 
Blatt…Laus
hielten
  die NovemberKälte so garnicht aus

 

krochen in Schlitze in Spalten in Zwischenräume
sie schliefen und träumten
Frühsommerträume
unter der Rinde
im Laub im Moos
im hohlen Baum
sieht man sie kaum
die hölzerne Borke
 
ziemlich knorke

 

nur 
die Chrysopa Oculata 
eine Florfliege 
machte ne Biege
sie fand es nicht fein 
so allein
irgendwo in einer Ritze
nein dies fand sie gar nicht spitze 
so flog sie ganz schnell
in solch ein lauschiges

 

copyright: Traumspruch

blaue Trennlinie

17 Kommentare zu „„Hotel“ 30 Tage – 30 Gedichte (08)

  1. Glück auf vier Rädern
    Jeden Tag ein anderer Ort
    Bleiben wo’s gefällt

    #Haiku

  2. Hotel – Dach überm Kopf

    Ein dach überm kopf
    woanders, nicht daheim
    ein tisch, ein bett, ein bad
    fernseher, internet, room-service
    nicht daheim, woanders
    schlafen, essen, gemütlich machen
    entspannen, ausruhen, kraft denken
    woanders, nicht daheim
    schlüssel umdrehen
    privat sein und geborgen
    ein dach überm kopf
    das nannte man hotel
    nicht daheim, woanders

  3. Über das Dichten

    Unterschlupf suchen
    Im Gedicht
    Platz ist genug
    Für obdachlose Zeilen

    Worte anhäufen
    Aus Blättern, Gras, Zweigen
    Refugien erschaffen
    Und Höhlen aus Stille

    Baumkronendächer
    Über Flüsterräumen ausbreiten
    Zelt oder Tarnung
    Jeder findet hier Schutz
    Mietzins ein Lächeln
    Über Regen und Wind

    Platz ist genug
    Für flüchtige Verse

  4. Sie holen die Sterne vom Himmel herunter
    Strahlen auf Fotos in ihrer perfekten Version
    Sie kämpfen um Treuepunktejäger und Likes
    Punkten mit Schwimmbad, Cocktailbar und Balkon
    Sie verkaufen uns das, was wir glauben zu suchen
    Verkörpern den Glauben an eine schönere Welt
    Sie erlauben uns, Glück etwas gelten zu lassen
    Bringen uns raus aus dem Alltag und um unser Geld
    Wir erwarten von Hotels ein Zuhausegefühl
    Gleichzeitig, dass wir unsere heimischen Sorgen vergessen
    Wir erwarten von Hotels eine Ruhemöglichkeit
    Dazu pausenlos Service und verwöhnendes Essen

    Und dann kommt ein furchtbares Virus daher
    Und alle Hotels sind plötzlich menschenleer
    Die guten und die schlechten
    Die abgehobenen und gerechten
    Die großen und die kleinen
    Die jung gebliebenen und feinen
    Und alle Welt möchte weinen,
    Weil die Aussicht fehlt
    Auf Rasten, auf Fliehen, auf Tanzen
    Auf sich nicht mehr im Zimmer verschanzen
    Und diese Aussichtslosigkeit quält

  5. Neugeboren saugst Du die Welt in dich auf
    Voller Neugier, Ruhe und ohne Last
    Steigst die ersten Stufen des Lebens hinauf
    Und du ahnst nicht
    Im Leben bist Du Gast

    Junggewachsen erfährst Du Regeln und Norm
    Bist noch Lernender, Übender, Enthusiast
    Lernst die für deine Umgebung schönste Form
    Und ahnst ein wenig
    Im Leben bist Du Gast

    Später strebst Du nach Geld, nach Liebe und Ruhm
    Rennst im Saft Deiner Jahre dahin ohne Rast
    Karriere, Kinder, Küche, Konsum
    Und Du weißt es
    Im Leben bist Du Gast.

    Noch viel später, das Geld und der Ruhm sind egal
    Schaust den gewachsenen Baum mit dem toten Ast
    Triffst zum ersten Mal eine eigene Wahl
    Weil Du fühlst es
    Im Leben bist Du Gast

    Und dann wischst Du den Tisch blitzesauber und rein
    Hast den Mut und die Liebe ins Auge gefasst
    Die Liebe zu Dir und dem eigenen Sein
    Baust ein Hotel wunderschön, eins, das zu Dir passt
    Denn im Leben, im Leben bist Du Gast

  6. xach Schnirkelschneckchen
    gib mir doch ein Eckchen
    ab
    von deinem Haus
    es schaut so wunderschön
    so schnick-schnackic so gemütlich aus
    nicht so schaurichschrecklich wie der Plattenbau
    in dem ich wohnen muss
    ach welch Verdruss
    du meinst eswäre viel zu eng
    für zwei in deinem Schnirkelschneckenhaus…
    dann wird wohl nix draus
    schade – wie schade!

  7. in den klappen wohnen die tagesgäste.
    die zaungäste für die wochen und monate in den herzkammern.
    nur die gäste auf lebzeit kommen und gehen, wie sie wollen. auch ohne zimmer sind sie zuhause.

  8. Hotel
    Wir träumten von einem Haus am Meer
    Seit unserem ersten gemeinsamen Urlaub.
    Du ließest Dich durch die Wellen treiben
    Und ich sammelte Muscheln am Strand.

    Doch unsere Leben kamen dazwischen.
    Der Alltag kehrte ein.
    Karriere und Kinder trennten uns.
    Wir verloren uns aus den Augen.

    Am Meer mache ich immer noch Urlaub.
    Ich lasse mich in den Wellen treiben
    Und meine Kinder bauen Schlösser in den Sand.
    Abends kehren wir müde ins Hotel.

    Wir wohnen auf Zeit
    An einem der schönsten Orte der Welt.
    Vielleicht ist Freundschaft genau das:
    In einem anderen Leben Gast zu sein.

  9. In weltlichen ist – wohlbekannt
    ein volles Haus nur relevant

    Im Film lief’s stets spektakulär
    wenn dort die Hotels blieben leer
    so schön das ‚Overlook‘ auch war
    das Shining kriegen konnt‘ man da
    bei Norman: alle Zimmer frei
    die Dusche nur hört Marions Schrei

    Doch volle Häuser auch nichts nutzen
    tut finst’re Macht die Weste schmutzen
    real die Story ist vom Manne
    der tot lag in der Badewanne
    die Dunkle Seite war vor Ort
    ich gebe euch mein Ehrenwort!

  10. Hotel

    ein unbekannter Raum
    temporäres Zuhause
    ein öffentliches Bett
    intimer Lakenkontakt
    eine weitergereichte Decke
    ungewohnte Wärme
    ein beladenes Kopfkissen
    aufgeschüttelte Behaglichkeit
    eine pseudopersönliche Einrichtung
    herzliche Massenproduktiosbegrüßungssüßigkeit

    mein persönlicher Schlaf
    fremde Träume?

  11. Herbstzeit ist Wanderzeit

    Der Herbst lädt mich zum Wandern ein,
    ich gehe raus aus meinem Heim.
    Erleben will ich die Kraft der Natur,
    mit bunten Blättern und Waldbadkur.

    Ich wandere los, vergesse beim Gehen,
    dass ich die Nacht muss überstehen.
    Naturidylle weit und breit, ja überall,
    sogar bei den Kühen dort im Stall.

    Der Boden gefüllt mit duftenden Heu,
    hier zu schlafen, das wär für mich neu.
    Das alles ist zwar wunderbar,
    doch Schlafenszeit ist noch nicht da.

    Drum ziehe ich weiter, den Hügel hinauf,
    vergesse die Zeit, ich achte nicht drauf.
    Ich erblicke im Wald ein kleines Haus,
    das sieht entzückend und einladend aus.

    Ich poch an die Tür: „Ja, bitte, herein!“
    eine Eremitin sitzt dort im Kerzenschein.
    Eine liebliche, weise freundliche Frau,
    so liebenswert, wenn in ihre Augen ich schau.

    „Komm, setz dich zu mir, ich lade dich ein,
    zum Abendessen und schlafen in meinem Heim!“
    Ich fühlte mich herrlich, ich fühlte mich frei,
    ich verbrachte die Nacht, in einer Einsiedelei.
    ***
    … sonnenvergoldete Grüße in diesen jungen Tag,
    mit Segen und Wohlergehen …

  12. asyl

    dein fragender blick
    öffnet mir die tür
    dein freundliches schweigen
    lässt mich zur ruhe kommen
    dein lachen so leicht
    umfängt mich wärmend
    deine sanfte umarmung
    gibt mir ein heim
    ich reise zu dir mit
    leichtem gepäck

  13. Der Weg war weit.
    Es schmerzen Füße und Rücken, Hintern und Herz.
    Lass uns ankommen, absteigen,
    unterkommen, ruhen.
    Die Türen verschlossen,
    Nur fremde Gesichter und niemand
    lässt uns herein, ins Warme,
    zum gemachten Bett.
    Das Zimmer vergeben,
    kein Platz, kein Essen und kein Hort,
    irgendwo mähe Schafe
    und es dunkelt immer mehr.
    Dort ist ein Dach,
    es zieht, das Stroh ist feucht,
    nur ein Moment, nur eine Nacht,
    die alles ändert.

  14. Danke für deine Bemühungen und danke weil ich dabei sein darf.
    … in diesem Sinne, um dem angesagten Frost zu entkommen,
    suchen wir uns ein Hotel …
    Herzlichste Grüße aus Ober- Österreich M.M.

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