Schneemann Gedicht

wir bedichten den Schneemann…

blaue Trennlinie

ach 

Alle so verliebt in ihn
doch er: zeigt nur die kalte Schulter
  
der
  Blick ganz cool
die Weste
  sauber… neuschneeweiß
er zeigt sich bodenständigg
  
auf spiegelglattem Eis
  
mit Zylinder leicht geknickt
zieht allen eine lange Nase
die so verliebt so in Extase
 
sein Herz nur frostig tiefgekühlt
 
statt aufgewühlt
 
nach einer dunklen Nacht war einfach Schluß gewesen
den ‚Besen
 
struppig wie die eisgekühlte Seele
ließ er lediglich zurück
vielleicht auch noch ein Hosenknopf ein Stein ein
Kohlenstück
über Nacht
davon gemacht
 
verschwunden einfach so
 
in ein fernes Niergendwo
war einfach weg
kaum noch ein tränennasser Fleck
blieb von ihm zurück
Winterliebe
Bühnenstück

 

Copyright: Traumspruch 

 

blaue Trennlinie

blaue Trennlinie Illustration zum Gedicht von HerrWortranken

White Powderman Bildmontage unscharfer blauer Hintergrund mit angedeuteten Pflastersteinstrukturen davor, beziehungsweise darauf ein angedeuteter Schneemann bestehend aus zwei identischen Totenschädeln der obere ist kleiner als der untere und hat eine rote Möhrennase der untere steht kopfüber als Bauch und ist wie der Kopf in schwarzweiss gehalten

Copyright: HerrWortranken

12 Kommentare zu „Schneemann Gedicht

  1. „[…] Ein Wintermärchen
    Die Farbe, dunkelgrau bis schwarz.
    Doch wenns am Boden klebt, wie Harz,
    Wirkt alles herrlich – Weiße Pracht,
    Die uns berieselt, Tag und Nacht. […]“

    mit BiBesch im blog, wie immer

  2. Ach, wär ich nur ein
    Schneemann,
    allein im finstren Wald,
    kein Mensch, kein Kind,
    blieb vor mir stehn,
    mich anzufassen,
    anzusehen,
    nicht hier noch,
    nicht da noch und
    nie ist es genug,
    bin ich doch nur
    ein Schneemann
    für eine kurze Zeit.
    Ob klein, ob groß,
    ob dick, ob dünn,
    vergeh‘ ich bald
    und schmelz dahin,
    werd‘ nur noch sein
    dir in Erinnerung
    ein weißes Häufelein.

  3. Brünstiges

    Ein Schneemann wie ein brünstger Schwan
    hat sich ne Maid erkoren.
    Und hat vor lauter Liebeswahn
    sein Herz und Kopf verloren.

    Nun steht er da der arme Tropf,
    weiß nicht wie ihm geschehen.
    Ein Schneemann ohne Herz und Kopf,
    gar grauslich anzusehen.

  4. Der Schneemann sitzt in seinem Garten
    Er ist das Kind von Eis und Frost
    Wo andre auf den Frühling warten
    Die Amsel raschelt beim Kompost

    Schneemann lauscht der Winterstille
    Igel seufzt in seinem Haufen
    Jetzt kreischt es bei der Futterstelle
    Wo Spatzen flattern und sich raufen

    Von Wärme will er gar nichts wissen
    Sein Geist ist alt, doch ohne Zeit
    Bald wird er als Essenz zerfliessen
    Die hellen Tage sind nicht weit
    Im Stamm der Birken, in Narzissen
    Das Leben teilt Gemeinsamkeit

  5. Die Schneefrau fragt den Schneemann,
    Weshalb hast du soviel Schnee an,
    Du bist so abweisend und kalt?

    Der Schneemann sagt zur Schneefrau,
    Wart nur ab, bis ich auftau,
    Im Frühjahr schon recht bald.

    Die Sonne scheint, beide vereint
    Schmolzen dahin unter Liebesschwüren —
    Von Kälte war nichts mehr zu spüren.
    Vor Liebe verflossen in einer Pfütze;
    Von ihm blieb die Möhre, von ihr nur die Mütze.

  6. Schneemann freundlicher Gesell ganz schnell erbaut
    ihm geklaut seine Rübennase nach einer Schneeballschlacht in einer dunklen Nacht
    was soll das, also ehrlich!
    Doch gebet acht:
    nee nee raubt ihm nur nicht noch das SCH das macht ihn sehr gefährlich…
    Den Schlawiner

  7. Schneemanngedanken

    Schneemänner waren wir
    Schneemännerfrauen
    Kalte Kugeln mit falschen Hüten.
    Seltsam Gebaren – Gezeitenzwerg
    Und der Besen
    Der Besen nur Beiwerk.

    Die Augen rissen uns
    Passanten aus.
    Stück für Stück.
    Oder war es die Sonne?
    Wärmewonne
    Kurzes Glück.

    Wer hätte gedacht, dass der Winter
    der Winter
    dann doch so lange bleiben würde?
    Das machte den Abschied
    die Bürde noch schwerer.
    Drum jetzt
    Lass uns sonnen
    Im hellen Glanz und die Tropfen
    zählen, bis der Letzte verronnen.

    Nächstes Jahr!, sagst Du.
    Nächstes Jahr. Nächstes Jahr.
    Ich nicke leise.

    Nichts bleibt, wie es war.

  8. wenn er geschmolzen ist. bleibt
    nur ein fleck und kohlen. die rübe
    hat der hase geklaut. den zylinder
    das nachbarskind. wenn er überall
    geschmolzen ist, bleibt uns kein
    raum zum überleben.

  9. winterliebelei

    hab mich in dich verliebt
    als ich dich erstmals sah
    du standest plötzlich da
    du der mir lächeln gibt

    seit tagen immer neu
    wenn ich vorübergehe
    und deine Nase sehe
    wie ich mich darauf freu!

    manchmal ist wer zu gast
    die amsel schaut vorbei
    verfällt in zeterei
    sieht mich und flieht in hast

    ich weiß schon lange dass
    ich nicht die einzige bin
    nach der dir steht der sinn
    und doch empfind ich spaß

    seh dich im winterlicht
    beschränkt ist unsere zeit
    bald schmilzt dein weißes kleid
    nein, treu, das bist du nicht

  10. Der Schneemann

    Ein Schneemann entbrannte vor Liebe ganz heiss
    zur Schneefrau im Garten daneben.
    Sein Herz wollt‘ zerspringen, es rann ihm der Schweiss,
    ein Kuss nur, das möcht’ er ihr geben.

    Er musste hinüber, nahm all seinen Mut
    – auch sie würd ihn gern einmal
    küssen –
    er spannt‘ sich, er wandt‘ sich und schmolz ganz vor Glut …
    Sie wird wohl noch lang warten müssen.

  11. Drei Kugeln weiß
    geschmückt mit Grün
    Schwarze Augen
    sieht man ihn stehn
    Kein Red nosed reindeer
    Karotte als Nase
    Erwin der dicke Schneemann
    hat manchmal einen Besen
    Taut der Schnee,
    Stehn schon Tulpen in der Vase dann war’s das gewesen

  12. 💙💙💙der Schneemann
    er genoss die Schlittenfahrt
    auf seine ganz spezielle Art
    jedes Mal aufs neu
    gemach gemach da blieb er sich stets treu
    nicht zu rasant
    nicht zu gewagt
    nur ziehen bis zum straßenrand
    so hat er sichs gesagt
    jedoch oh je
    es lockte dieser weiße Schnee
    es war wie eine Sucht
    doch Anfang März da traf es ihn
    mit voller Wucht
    er verlordas Gleichgewicht
    verlor die Übersicht
    verlohr den Halt
    es traff ihn eisigkalt
    es traf ihn !
    kein entkommen
    der Schnee hat ihn geschafft…
    man hat ihn festgenommen
    fünfzehn Jahre Haft

    ohne Bewährung

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