Erasure-Gedicht

Impuls 21:

smallgetalkt und ausgeredet. Jetzt reden wir !dem Munde nach“ – und machen doch etwas eigenes und neues daraus. 

 

Erasure oder auch Cento oder Flickgedicht…

Gedicht, das aus Versen, Versteilen, Textpasagen  eines bereits bestehenden Gedichtes zusammengesetzt wird .

 

Widmen wir uns dem  Erasure-Gedicht. „radiert“ also alles aus, was ihr nicht brauchen wollt, was übrig bleibt ist euer NEUES  Gedicht. Als Vorlage mag folgendes Werk dienen.

 

 

Goethe – Mignon  – dort wo die Zitronen….

 

Nehmt also Passagen oder auch nur Wörter und lasst etwas neues entstehen. Nach Möglichkeit verändert die Reihenfolge der Wörter nicht, sondern nehmt nur weg, sodass Neues entsteht.



Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,

Kennst du es wohl? 
Dahin! Dahin 

Möcht’ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? auf Säulen ruht sein Dach,

Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,

Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:

Was hat man dir, du armes Kind, getan?

Kennst du es wohl? 
Dahin! Dahin 

Möcht’ ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,

Es stürzt der Fels und über ihn die Flut:

Kennst du ihn wohl? 
Dahin! Dahin

Geht unser Weg; o Vater, laß uns ziehn!

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,

Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,

Kennst du es wohl? 
Dahin! Dahin 

Möcht’ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!

Kennst du das Haus? auf Säulen ruht sein Dach,

Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,

Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:

Was hat man dir, du armes Kind, getan?

Kennst du es wohl? 
Dahin! Dahin 

Möcht’ ich mit dir, o mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?

Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,

In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,

Es stürzt der Fels und über ihn die Flut:

Kennst du ihn wohl? 
Dahin! Dahin

Geht unser Weg; o Vater, laß uns ziehn!

und weil sich mit dieser Vorlage das ganze ein bisschen schwierig gestaltet, fühlt euch frei in eurem schaffen. Nehmt Passagen und dichtet etwas Eigenes dazu, dazwischen gibt die Wörter und setze sie ganz neu zusammen… Seid einfach kreativ. Und wir sind alle gespannt, was dabei herauskommt.

15 Kommentare zu „Erasure-Gedicht

  1. Dunkeln Wind
    vom Himmel weht
    auf Säulen
    ruht sein Dach
    den Berg und seinen
    Wolkensteg
    stürzt über ihn
    die Flut dahin.

  2. Goethe  – dort wo….
    das Land
    Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
    Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
    Das Maultier sucht im Nebel seinen Weg,
    In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut,
    Es stürzt der Fels und über ihn die Flut:

  3. ..ab 18 🧐

    kennst du das
    im dunklen
    glühen
    und
    ein sanfter
    still hoch steht
    mein Geliebter
    auf Säulen
    glänzt es schimmert was
    was hat man getan?

    wohl möcht ich mit dir!
    kennst du seinen Steg
    sucht seinen Weg
    in Höhlen
    stürzt
    und über ihn
    die Flut dahin…

    oh!
    oh, lass ziehen

  4. orientierung

    im dunkeln laub
    ein sanfter wind
    weht nebel dahin
    das haus
    sein dach
    schimmert
    über die flut
    unterm wolkensteg
    im nebel
    geht unser weg

  5. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
    Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin
    Möcht’ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn!
    Komm, lass uns jetzt gen Süden fliehn
    Kennst Du es wohl?
    Dahin, Dahin!

    Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
    Das Dach noch fest auf Säulen steht
    Wo sanft uns der Wind um die Wangen weht
    Kennst du es wohl?
    Dahin! Dahin
    Möcht’ ich mit dir, mein Beschützer, ziehn!

    Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
    Wir finden zusammen den passenden Weg
    Bekämpfen die Drachen, wir trinken ihr Blut,
    Es stürzt der Fels und über ihn stürzt die Flut:
    Kennst du ihn wohl? Den Weg zum Mut:
    Dahin! Dahin
    Oh, Geliebter, dahin – dahin! lass uns ziehn.

  6. Das Dunkle weht
    Wohl still steht noch Haus und
    Dach
    Kennst du den Berg
    den Steg die Höhlen
    Fels und Flut?
    Kennst du unseren Weg?
    Es stürzt der Himmel und seine Wolken.
    Lass uns ziehn!

  7. Zitronen blühn
    Im dunkeln Laub
    Ein sanfter Wind
    Die Myrte still
    Kennst du es?
    das Haus auf Säulen schimmert
    Marmorbilder sehn mich an
    Dahin möcht’ ich mit dir
    den Berg und seinen Wolkensteg
    im Nebel stürzt der Fels
    und über ihn die Flut
    Dahin geht unser Weg

  8. Kennst du …
    Zitronen
    Goldorangen
    Himmel
    Lorbeer …
    Kennst du es wohl?
    Dahin!
    möcht‘ ich ziehn!

    Kennst du …
    Säulen
    Saal
    Marmorbilder
    armes Kind —
    Kennst du es wohl?
    Dahin!
    möcht‘ ich ziehn!

    Kennst du …
    den Wolkensteg
    das Maultier
    der Drachen alte Brut
    die Flut …
    Kennst du es wohl?
    Dahin!
    möcht‘ ich ziehn!

    Laßt mich ziehn!

  9. …kennst du die
    im dunkeln Laub
    die vom Himmel still und hoch
    kennst du es
    wohl mein Geliebter
    kennst du ein kennst du es möchte ich dir seinen der alte und über ihn die kennst du ihn wohl?
    kennst du die Zitronen…

  10. Mignon

    das Land
    im dunkeln Laub
    vom blauen Himmel weht
    mit dir, Geliebter

    das Haus
    glänzt, schimmert
    und Marmorbilder stehn
    mit dir, Beschützer

    den Wolkenweg im Nebel
    in Höhlen alte Flut
    geht unser Weg
    lass uns ziehn

  11. Das Land ein sanfter Wind still und hoch dahin es glänzt es schimmert Kind kennst du den Weg UnserWeg lass uns ziehen die Zitronen blühen. 💚

  12. Kennst du
    die Goldorangen
    vom blauen Himmel
    still und hoch
    Kennst du?
    o mein Geliebter
    auf Säulen ruht der Saal
    Und Marmorbilder stehn und sehn mich an
    Kennst du?
    Dahin
    möcht‘ ich mit dir
    Berg und Steg
    das Maultier sucht im Nebel
    in Höhlen alte Brut
    der Fels über die Flut
    Kennst du?
    Dahin!
    o!

    (Lucy-in-the-Sky-with-diamonds – Legacy Edition)

  13. Kennst du?
    Kennst du das Land, wo alles ist voll Dreck
    im dunklen, nassen Laub die alte Frau verreckt.
    Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
    er streichelt ihr das Haar bevor sie heim nun geht.
    Kennst du es wohl? Das Land!
    Dorthin möchte ich gehen,
    und reichen meine Hand.

    Kennst du das Haus? Aus Lehm ist es gebaut.
    Es glänzt kein Saal, es ist dir nicht vertraut?
    Marmorbilder stehn hier wohl an keiner Wand,
    und jedes Kind ist krank in diesem armen Land.
    Kennst du es wohl? Das Haus!
    Ja, dorthin möcht ich gehn,
    die Menschen hol´n heraus.

    Kennst du den Berg in dem Atomkraft schleicht?
    Das Maultier trägt´s hinein und sie versichert leicht.
    In Höhlen wohnt der Drache der Atomschrott heißt,
    und über all die Jahre nichts Gutes uns verheißt.
    Kennst du dies wohl? Den Berg, das Land, das Haus!
    Dorthin geht euer Weg!
    Doch du und ihr, ihr macht euch nichts daraus.
    ***

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