Wachsfigurenkabinett

Der 11. Impuls lautet:

„Wachsfigurenkabinett“ – @3_Worte Meinte, vielleicht könnte man da ein Sonett schreiben

.

Hintergrund ein schwarz-weißes Notenblatt. Darauf die Buchstaben von A B B A A B B A C D C E F E in blauer Schrift unterschiedlich auf dem Blatt verteilt.

 

ein Kabinett-Sonett nun ja aber immerhin…

steht Jack the Ripper nebenan
erlaucht die Queen dort sehr persönlich
so absurd und ungewöhnlich
man
  macht weil man es machen kann

 

kurios und dann und wann 
not amused und nicht erbaulich
und wahrscheinlich kaum vertraulich
 
Nachbarschaft nun man gewöhnt sich dran
 

 

was normalerweise so nicht möglich wäre
was die königliche Etikette stets verneint
man nun in diesem Kabinett gewähre
 

 

kurios und sonderbar erscheint
nun denn dann für Ruhm und Ehre
die Lisbeth und der Jack vereint
 

 

 

 

8 Kommentare zu „Wachsfigurenkabinett

  1. Oh schau, wo du nur schaust, sind lauter starre Blicke
    Stumme Worte schweben noch über alles hin
    Könntest rufen ,sehet, Kameraden, hier ich bin!‘
    Und warten bis der Dürre nickt oder dort der Dicke.

    Was einst dich glänzen ließ, ist heute nix mehr wert
    Aus Feuer Asche ward, aus Kerzen Dunkelheit
    Das Wachs tropft leis, die Finger krumm, dein schönes Kleid
    zerfällt an dir und hinterrücks zückt jemand fix sein Schwert

    Erst blutet dir die Brust, dann schwillt die Kehle an
    Du lachst in schrillem Ton, Verzweiflung tritt heran.
    Dein Schatten schwankt im Staub, dein Stolz einst recht adrett

    er schwindet hin, oh siehe nur jetzt bist du stumm
    Wie oft das Leben Streiche spielt, recht fies, recht dumm
    Dein letzter Schrei hallt lange nach im Wachsfigurenkabinett.

  2. (sehr frei interpretiert)

    Ich bin Wachs
    in deinen Händen
    Brennend heiß
    deine Blicke
    deine Küsse
    auf meiner Haut
    Ich bin Wachs
    in deinen Händen
    Du formst mich
    nach deiner Begier
    Brennd heiß
    ich schmelze
    dahin

  3. Wachsfigurenkabinett

    Sie harren nebeneinander aus.
    Die Großen dieser Welt,
    sind dort gemeinsam hingestellt.
    In diesem mächt´gen Haus.

    Berühmt, grandios und reich.
    In prunkvollem Gewand,
    gemäß dem noblen Stand.
    Doch, sind sie alle gleich.

    Wie glücklich kann ich sein,
    muss niemals dort hinein.
    Bekomme keinen Platz.

    Als Wachsfigur zu stehen,
    weil alle woll´n sie sehen.
    So wie den größten Schatz.
    ***

  4. (ich hab das mit dem Sonett sehr frei ausgelegt)

    im morgengrau verschwinden
    und abendblau wiederfinden
    das blut verschmieren
    in der flut
    verlieren

    nun liege ich allein
    das brot liegt bereit
    ein holzfarbenes brett

    zwischen wein
    und ewigkeit
    im wachsfigurenkabinett


  5. SIE WAR SONETT

    Sie hatte Haut aus Samt und gold’nen Fäden.
    Sie war das Zarteste, das je ich kannte.
    Die Sehnsucht nach ihr in mir brannte.
    Sie gab mir Stärke – das pralle Leben.

    Die Mitte dieses Lebens wurde schwüler
    Gefühlte Bürden, wandelten stark.
    Plötzlich schlief jählings sie, in einem Sarg.
    Von dieser Zeit an wurde Dasein kühler.

    Nach qualvoll‘ Wochen – ohne Haut an Haut
    Suchte ich Abwechslung nach neuer Braut.
    Doch ich fand nimmer, gleiches Leben.

    Man sollte nicht an Altem kleben.
    Das zeigt Erfahrung vieler Seelen
    Denn Glücklichsein lässt nie sich stehlen.

    (mit Bild & Bildbeschreibung auf blog)

  6. Wachsfiguren-KabinettSonett

    stille Sanftheit wie aus Wachs gegossen
    Persönlichkeiten stehen hier zur Schau
    man meint man kenne Den und Die genau
    doch es sind lediglich Gedanken-Possen

    Gestalten dort aus Schmuddel-Gossen
    die einen dümmlich manche sogar schlau
    teils sind sie bunt teils sind sie schillernd grau
    aus hochherrschaftlichen Schlossgeschossen

    berüchtigte berühmte Zeitgenossen
    ihr Leben ist mal exquisit mal rauh
    schau hin sieh es dir an und schau genau
    Geschichte aufgezeigt und unverdrossen

    wohlgenormte Zeig-mich-vor-Geselligkeit
    feinverformte Jetzt-Gelegenheit

  7. Wachs Figurenkabinett
    Wachs in meiner Hand .ich mag dich .du mich. zugewandt
    dich gebannt .ergibt sich .glücklich .bis an den Rand
     
    glückserfüllt .eingehüllt.
    höchst adrett
     
    weißes Tuch.
    Seelenfluch .im Kabinett.

  8. irritationen

    da stehen sie, die großen alter und moderner zeiten
    ihr gestus scheint des öfteren uns ziemlich gut vertraut
    sie sprechen still , und wenn sie schrien! wir hören keinen laut
    sie wirken nah, fast könnten sie zum duzen uns verleiten

    wir kennen sie von fotos , filmen oder alten drucken
    sie tragen oft das schickste ihrer zeit und sind dreideh
    und dennoch bin ich ziemlich irritiert, wenn ich sie seh
    finde ich doch, dass sie sehr leblos aus der wäsche gucken

    zuweilen fällt mir schnell ein wofür wir sie kennen
    kann sie zitieren, weiß was sie erfunden
    kann sie ganz einfach auch bei ihrem namen nennen

    doch dreh ich im panoptikum die runden
    wird mein vergnügen trotzdem sehr gemindert
    weil sie in der bewegung klar verhindert

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